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Human Remains Sammlung

Über die Human Remains Collection

Das Institut für Evolutionäre Medizin besitzt eine der wenigen Sammlungen historischer menschlicher Überreste in der Schweiz: Die Human Remains Sammlung. Diese Sammlung besteht aus rund 20'000 Objekten und Präparaten menschlichen Ursprungs, mehrheitlich schweizerischer Provenienz: Trocken- und Nasspräparate sowie Knochen aus Pathologie und Rechtsmedizin, Gewebeproben und eine kleine Gruppe von Mumien.

Alle Forschenden des IEM arbeiten unter dem IEM Code of Ethics.

Im Dezember 2025 fand eine interkulturelle und interreligiöse Segnungsfeier für die Human Remains statt, deren Ziel es war, die wissenschaftliche Nutzung der Sammlung in einem Rahmen von Achtung, Dankbarkeit und ethischer Sensibilisierung zu verankern (mehr erfahren). 

Die verschiedenen Sammlungen der Human Remains Collection

Das IEM bewahrt die Human Remains in eigens für diesen Zweck eingerichteten Räumlichkeiten auf dem Irchel Campus auf. Der Bestand ist in eine allgemeine und mehrere Spezialsammlungen gegliedert:

- Allgemeine Sammlung

Die allgemeine Sammlung umfasst Skelett- und Weichteile sowie Abgüsse, radiologische Bilder und andere Lehrmaterialien aus einer Vielzahl von Quellen. Sie wird ständig erweitert.

Kontaktieren Sie bitte Dr. Martin Häusler, um mehr über diese Sammlung zu erfahren.

- Galler Sammlung

Die Galler-Sammlung ist eine historische Schweizer Knochenreferenzserie von hohem Wert für die paläopathologische Forschung. Die Galler-Sammlung umfasst etwa 1700 überwiegend trockene Knochenpräparate vieler wichtiger Knochenerkrankungen, von denen einige bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen. Für die meisten Präparate liegen klinische Informationen und Autopsieberichte vor. Zu den selten dokumentierten Erkrankungen, die in der Sammlung vertreten sind, gehören schwere Formen der Myositis ossificans progressiva, Kyphoskoliose, endemischer Kretinismus, Hypo- und Hyperparathyreoidismus, phosphorinduzierte Knochennekrose und viele mehr.

Literatur

  • Rühli FJ, Hotz G, Böni T (2003). Brief communication: the Galler Collection: a little-known historic Swiss bone pathology reference series. Am J Phys Anthropol 121 (1), 15-18.

Kontaktieren Sie bitteDr. Martin Häusler, um mehr über die Sammlung zu erfahren.

- Dalheim Sammlung

Die Dalheim Sammlung umfasst die Human Remains von mindestens 151 Personen, die 1989 aus dem spätmittelalterlichen Kloster Dalheim ausgegraben wurden. Die Skelettüberreste wurden aus 110 Gräbern in der Bartholomäuskapelle und nahe gelegenen Schafställen geborgen.

Literatur

  • Hofmann MI, Böni T, Alt K, Woitek U, Rühli FJ (2008) Paleopathologies of the Vertebral Column in Medieval Skeletons. Anthropologischer Anzeiger 66(1), 1-17
  • Hofmann MI, Böni T, Rühli FJ (2010) Osseous Talocalcaneal Coalitions in a Medieval Skeleton (ca. 1050AD). International Journal of Osteoarchaeology 20(6), 623-629
  • Olsen KC, White CD, Longstaffe FJ, von Heyking K, McGlynn G, Grupe G, Rühli FJ (2914). Intraskeletal Isotopic Compositions (d13C, d15N) of Bone Collagen: Nonpathological and Pathological Variation. Am J. Phys. Anthrop 153(4), 598-604
  • Krüttli A, Bouwman A, Akgül G, Della Casa Ph, Rühli F, Warinner C (2014). Ancient DNA analysis reveals high frequency of European lactase persistence allele (T-13910) in medieval Central Europe. Plos One, published January 23, 2014.
  • Warinner T et al. (Rühli F: shared last authorship) (2014). Disease and dietary reconstruction from ancient oral microbiomes. Nat Genet 46, 336-344.
  • Pieper Roland (2003). Dalheim: Pfarrot-Kloster-Staatsdomäne, published by Ardey-Verlag Münster.
  • Oslen KC, White CD, Longstaffe FJ, Rühli FJ, Warinner C, Salazat-Garcia DC (2016). Isotopic Anthropology of Rural German Medieval Diet: intra- and inter-population variability. Archeol. Anthropol. Sci.

Bitte kontaktieren SieDr. Martin Häusler, um mehr über die Sammlung zu erfahren.

- Feuchtpräparate-Sammlung

Die Sammlung von Feuchtpräparaten besteht aus mehreren kleineren Sammlungen, die alle aus der Universität Zürich stammen. Die Sammlung umfasst hauptsächlich Feuchtpräparate aus der Humanpathologie, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreichen, und enthält über 1500 Präparate von grosser wissenschaftlicher Relevanz. Hinzu tritt eine zweite Sammlung, die Feuchtpräparate aus der Rechtsmedizin aus dem 20. Jahrhundert umfasst, und etwa 200 Stücke enthält. 

Um mehr über die Sammlung zu erfahren, wenden Sie sich bitte an frank.ruehli@iem.uzh.ch.

Literatur

  • Fluid Preservation: A Comprehensive Reference. John E. Simmons, Rowman&Littlefield, 2014.
  • Beyond the Museum Walls. Medical Collections and Medical Museums in the 21st Century. The 19th European Association of Museums of the History of Medical Sciences biennial Congress, Barcelona (Spain), September 2018. Ed. By. Alfons Zarzoso.
  • Swiss Academies Communications: Handbook on natural history collections management – A collaborative Swiss perspective. Holger Frick, Michael Greeff, 2021.

- Histologie-Sammlung

Die Histologie-Sammlung umfasst Präparate für die histologische Analyse und enthält histologische Objektträger und in Paraffin eingebettete Proben, z. B. von iranischen Salzmumien, dem Mammutbaby Lyuba, ägyptischen Mumien, einer griechischen Mumie, einem mittelalterlichen Gehirn, mittelalterlichen Knochen usw.

Kontaktieren Sie bitteDr. Martin Häusler, um mehr über diese Sammlung zu erfahren.

Datenbank-Projekt für die Human Remains Collection

Um den Zugang zur Sammlung für interne und externe Forschungs- und Lehrzwecke zu verbessern, wurde diese einzigartige Sammlung im Rahmen eines von der SCNAT finanzierten Projekts von März 2023 bis August 2024 neu katalogisiert und inventarisiert.

Direkter Link zur Human Remains Sammlung des IEM auf der SCNAT-Website hier.

Weiterführende Informationen

Allgemeine Anfragen

Für allgemeine Anfragen schreiben Sie uns bitte unter folgender Adresse: info@iem.uzh.ch

Anfragen eines Forschungszugangs

Wenn Sie eine Forschungsanfrage stellen möchten, verwenden Sie bitte dieses Formular und senden Sie es an die folgenden Adressen: info@iem.uzh.chsabina.carraro@iem.uzh.ch.

Der wissenschaftliche Ausschuss für die Human Remains des IEM entscheidet über die Genehmigung von Forschungsvorhaben.