Reiner Hafer-Cacao, Marke: Weisses Pferd

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Abb. 1: Schachtel Reiner Hafer-Cacao, Marke: Weisses Pferd, Aufdruck auf Deckeloberfläche, Inventarnummer 17814.

© Institut für Evolutionäre Medizin

Gesunde Kraftnahrung mit Kakao

Jeder von uns kann sich an den berühmten Werbespruch und die witzigen Ovomaltine-Werbungen im Fernsehen Ende der 1990er Jahre erinnern: "Mit Ovomaltine kannst Du’s nicht besser. Aber länger."

Auch unser Objekt aus dem Jahr 1904 hat sich mittels Werbeanzeigen und Inseraten der Kundschaft angepriesen. In der Schweizerischen Lehrerzeitung (Heft Nr. 10, 7. März 1908) bewirbt sich der Kakao nicht gerade bescheiden als "Das beste tägliche Getränk".

In der Schweizerischen Lehrerzeitung (Heft Nr. 11, 14. März 1908) ist das Inserat bereits ausführlicher. Nebst dem einfachen Werbespruch "Für jedes Alter. Für gesunde und kranke Tage." wird auch mit den Urteilen, bzw. Empfehlungen der Ärzte sowie der Konsumenten geworben: "Die Urteile der Ärzte und Konsumenten stimmen darin überein, dass der Reine Hafer-Cacao, Marke Weisses Pferd, an Zuträglichkeit, köstlichem Geschmack und tadelloser Güte von keinem ähnlichen Erzeugnis erreicht wird." Weiter wird auf den guten Einfluss auf den Gesundheitszustand – für Erwachsene und insbesondere für Kinder – hingewiesen. Ebenso wird der Kakao als Alternativgetränk an Stelle von Kaffee oder Tee angepriesen. 

Auch auf dem Aufdruck der Deckeloberfläche der Schachtel (s. Abbildung 1) wirbt man mit der Empfehlung der Ärzte. So steht rechts oben "Aerztlich allgemein empfohlen". Wenn das Produkt schon von Ärzten empfohlen wird, dann kann es ja nur gut und gesund sein für die Kunden.

In Zeiten der Milchknappheit wurde der Kakao auch als billiges und gutes Ernährungsmittel für die Kinder angepriesen. In der Zeitschrift Am Häuslichen Herd (Heft 12, September 1919), welche von der Pestalozzigesellschaft Zürich einmal pro Monat herausgegeben wurde, wird im Inserat folgende Frage aufgeworfen: "Wie nähre ich meine Kinder trotz der Milchknappheit gut und billig". Und die passende Antwort wird auch gleich mitgeliefert: "Sehr einfach! Indem Sie ihnen regelmässig eine Tasse Reinen Hafer-Cacao Marke Weisses Pferd verabreichen."

Konkurrenz zur Ovomaltine

Der Kakao wurde von der Firma "Müller & Bernhard" in Chur produziert. Die Firma wurde im Jahr 1893 durch Carl Müller von Schaffhausen und Carl Georg Bernhard von Chur in Chur als Kakao- und Schokoladenfabrik gegründet. (s. dazu das Schweizerische Handelsamtsblatt, No. 118, 16. Mai 1893). Die Firma bestand bis Ende 1904 unter dem Namen "Müller & Bernhard". Nach dem Austritt von Carl Georg Bernhard als Gesellschafter wurde die Firma "Müller & Bernhard" aufgelöst. Als Nachfolgefirma wurde die "Chs. Müller & Co." im Jahr 1905 gegründet. (s. dazu das Schweizerische Handelsamtsblatt, No. 21, 17. Januar 1905).

Interessant ist die Tatsache, dass das Produkt "Reiner Hafer-Cacao Marke Weisses Pferd" genau in der gleichen Zeit auf den Markt kommt, wie die noch heute bekannte Ovomaltine der Firma Wander aus Bern.

Die Schutzmarke "Reiner Hafer-Cacao Marke Weisses Pferd" wurde am 27. August 1904 im Schweizerischen Handelsamtsblatt (No. 340, 3. September 1904 unter der Nummer 17614)eingetragen. Die Schutzmarke "Ovomaltine" wurde bereits am 8. Februar 1904 im Schweizerischen Handelsamtsblatt (No. 57, 13. Februar 1904 unter der Nummer 16868) eingetragen.

Im Gegensatz zur Ovomaltine wird unser Objekt heutzutage nicht mehr angeboten und und ist aus dem Ernährungsplan verschwunden. Die Ovomaltine hingegen begleitet uns immer noch durch den Alltag, sei es als Nahrungsmittel oder als legendärer Werbespruch "Mit Ovomaltine kannst Du’s nicht besser. Aber länger."

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Abb. 2: Schachtel Reiner Hafer-Cacao, Marke: Weisses Pferd, Aufdruck auf Bodenoberfläche, Inventarnummer 17814.

© Institut für Evolutionäre Medizin

Zubereitung

Die Zubereitung des Kakaos "Reiner Hafer-Cacao Marke Weisses Pferd" für zwei Tassen war sehr einfach:

  1. Man zerdrückt einen Würfel vollständig – insgesamt befanden sich in der Schachtel 27 Würfel. Die ganze Schachtel kostete CHF 1.30.
  2. Danach giesst man etwas kaltes Wasser hinzu und verrührt die Masse zu einem glatten und dünnen Brei.
  3. Diesen Brei kocht man unter ständigem Umrühren mit Wasser oder Milch auf – empfohlen wird halb Wasser und halb Milch.
  4. Will man alles etwas süsser haben, so fügt man nach Belieben Zucker hinzu
  5. Nun alles in zwei Tassen abgiessen und geniessen.